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Wenn der Blick von oben nicht mehr reicht

Wie Sideshooter‑Röntgen-Inspektionssysteme neue Maßstäbe in der Qualitätskontrolle setzen.

Das Förderband läuft mit voller Geschwindigkeit. Stunde um Stunde verlassen tausende Verpackungen die Linie – randvoll gefüllt, dicht verschlossen, bereit für den Markt. Doch in der Qualitätssicherung eines großen Lebensmittelherstellers wächst die Anspannung. Die eingesetzten Röntgen-Inspektionssysteme liefern zunehmend uneindeutige Ergebnisse. Fehlalarme häufen sich, kritische Bereiche bleiben im Röntgenbild unscharf.

Der Grund: hohe, dicht gepackte Verpackungen mit komplexen Geometrien. Was von außen stabil und überschaubar erscheint, entzieht sich einer zuverlässigen Inspektion im Inneren. Herkömmliche Top-Down-Röntgen-Inspektionen stoßen an ihre physikalischen Grenzen – genau dort, wo die Produktsicherheit keine Schwächen duldet.

Die Herausforderung herkömmlicher Top-Shooter-Inspektionen

In vielen Produktionsumgebungen sind Top-Shooter-Röntgen-Inspektionssysteme der etablierte Standard. Sie prüfen Produkte vertikal von oben nach unten und liefern zuverlässige Ergebnisse bei flachen, homogenen Produkten.

Bei hohen, aufrechtstehenden Behältern verlängert sich der Durchdringungsweg der von oben kommenden Röntgenstrahlen jedoch erheblich. Produktüberlappungen, mehrschichtige Materialien und dichte Inhalte führen zu Kontrastverlusten und toten Winkeln – insbesondere im Boden- und Seitenwandbereich. Die zuverlässige Erkennung von Fremdkörpern wie Glas, Metall, Stein oder dichten Kunststoffen wird zunehmend erschwert.

Gleichzeitig steigen die Erwartungen an die Inline-Qualitätskontrolle. Die Füllstandsüberwachung, die Überprüfung der Produktvollständigkeit und der Verpackungsintegrität sollten direkt im Produktionsprozess erfolgen – ohne Abstriche bei Geschwindigkeit oder Effizienz.

Seitenansicht statt Draufsicht: das Prinzip der Sideshooter-Inspektion

In Anwendungen, in denen die Verpackungsgeometrie die Wirksamkeit der Röntgen-Inspektion von oben einschränkt, bietet die Sideshooter-Röntgen-Inspektion mit hoher Präzision und Zuverlässigkeit Alternativen. Anstatt das Produkt von oben zu scannen, erfolgt die Inspektion horizontal von der Seite. Die effektive Materialdicke in Richtung des Röntgenstrahls wird reduziert, was die Detektionsperformance verbessert.

Diese Inspektionsgeometrie reduziert Überlappungen, verbessert den Kontrast und bietet eine klare Sicht auf kritische Bereiche des Produkts und der Verpackung. Selbst bei dichten oder komplexen Materialien sind die resultierenden Röntgenbilder stabiler und leichter zu bewerten.

Minebea Intec, ein weltweit führender Hersteller von Wäge- und Inspektionslösungen, hat diese Technologie konsequent weiterentwickelt und ein strukturiertes Portfolio an Sideshooter-Röntgen-Inspektionssystemen aufgebaut. Es ist darauf ausgelegt, genau dort zuverlässig zu prüfen, wo die Sicht von oben an ihre Grenzen stößt.

So funktioniert es: Präzision bei der Inspektion in Echtzeit

Sideshooter-Systeme scannen das Produkt kontinuierlich von der Seite, während leistungsstarke Detektoren und intelligente Bildverarbeitung die erfassten Daten in Echtzeit analysieren. Dichteunterschiede, Fremdkörper und Qualitätsabweichungen werden zuverlässig erkannt – selbst im Inneren komplexer Verpackungen.

Je nach Anforderung kommen unterschiedliche Inspektionskonzepte zum Einsatz: von Einzelstrahl-Konfigurationen (Single‑Beam) für Standardanwendungen bis hin zu Multi-View- oder Double Beam-Technologien, die tote Winkel weiter reduzieren und die Erkennungssicherheit gezielt erhöhen. Das Ergebnis ist eine stabile, reproduzierbare Inspektion, selbst bei hohen Bandgeschwindigkeiten und im 24/7-Betrieb.

Ein Portfolio für jede Anwendung – ohne Überdimensionierung

Das Sideshooter-Portfolio von Minebea Intec ist klar strukturiert und deckt ein breites Anwendungsspektrum ab:

  • Einstiegsmodelle wie der Dylight S bieten eine kompakte, platzsparende Lösung für kleinere und leichtere Verpackungen, wieBeutel (z. B. Gewürze oder Snacks), Schlauch- und Flowpacks, Faltschachteln mit geringem Gewicht, Portionsverpackungen (z. B. Kaffee, Tee oder Zucker) sowie kleine Kunststoff- oder Papierverpackungen, und lassen sich problemlos in bestehende Linien integrieren.
  • Fortschrittliche Systeme wie Dymond S und Dymond DSV kombinieren zuverlässige Fremdkörpererkennung mit fortschrittlichen Inline-Qualitätsprüfungen, beispielsweise zur Füllstands- oder Vollständigkeitskontrolle von Flaschen (z. B. Getränke oder Flüssigprodukte), Gläsern, Dosen, Schlauchbeuteln (z. B. Saucen oder Milchprodukte), Kartonverpackungen sowie Tray- oder Multipack-Lösungen.
  • High-End-Systeme wie Dymond D sind für besonders dichte, komplexe oder hochdynamische Anwendungen ausgelegt – zum Beispiel bei Glasabfüllungen, Metallverpackungen oder hohen Durchsätzen.

Allen Systemen gemeinsam sind ein Hygienic Design gemäß den aktuellen Richtlinien, eine niedrige Systemkomplexität sowie moderne Schnittstellen für Transparenz, Rückverfolgbarkeit und Prozessoptimierung.

Praxisanwendung: stabile Prozesse statt Kompromisse

Zurück zu dem eingangs beschriebenen Lebensmittelhersteller: Durch die Umstellung auf ein Sideshooter-Röntgen-Inspektionssystem war es erstmals möglich, alle kritischen Produktbereiche zuverlässig zu prüfen. Die Anzahl der Fehlalarme sank deutlich, der Durchsatz blieb konstant hoch, und die gewonnenen Daten konnten gezielt für Audits und Prozessverbesserungen genutzt werden.

Die Inspektion wurde wieder zu dem, was sie sein sollte: eine stabile Komponente der Produktionslinie – nicht deren limitierender Faktor. Letztendlich steht vor allem eines im Vordergrund: Sicherheit – für die Produktion, die Marke und den Verbraucher.

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Minebea Intec ist ein weltweit führender Hersteller industrieller Wäge- und Inspektionstechnologien. Mit Hauptsitz in Hamburg bietet das Unternehmen Produkte und Dienstleistungen, die seit mehr als 150 Jahren für Innovation, Performance und Zuverlässigkeit stehen. Das Produktportfolio beinhaltet u.a. hochauflösende Plattformwaagen, Wägezellen, Behälter- und Silowaagen, Kontrollwaagen, Metalldetektoren, Röntgen- und visuelle Inspektionssysteme sowie intuitive Softwarelösungen. Über 1.000 Mitarbeiter an 18 Standorten erhöhen die Präzision und Effizienz von Wäge- und Produktionsprozessen industrieller Kunden. Ein Netzwerk von über 200 Partnern in 72 Ländern ergänzt die Vertriebs- und Service-Standorte des Global Players. Die Leistungsstärke und ausgeprägte German Quality spiegeln sich im Markenversprechen „the true measure“ wider.
Minebea Intec ist Teil der MinebeaMitsumi Gruppe, einem führenden Anbieter für hochpräzise Fertigungsteile wie Kugellager oder Motoren sowie hochwertige elektronische Komponenten wie Sensoren, Antennen und IoT Lösungen. Der Konzern mit Hauptsitz in Tokio und weltweit rund 84.000 Mitarbeitenden meldete für das Geschäftsjahr 2025 einen konsolidierten Nettoumsatz von 1.522.703 Millionen Yen (ca. 9,3 Milliarden Euro).

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